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Nepal: Corona-Lage bleibt dramatisch

Corona-Nothilfe: Chaujahari plant Verteilen von Lebensmitteln

„Das medizinische System in Nepal steht immer noch auf der Kippe“, betont Thomas Meier von der Krankenhaus-Trägergesellschaft HDCS in Kathmandu. Offizielle Zahlen zeigen zwar für Nepal einen leichten Rückgang der Corona-Zahlen an, doch viele Insider bezweifeln diese Zahlen: Es werde weniger getestet; die Dunkelziffer der Infektionen und Todesfälle sei definitiv höher als angegeben. Hinzu kommen die Sorgen um die Ernährungssicherheit: „Momentan sind die meisten Teile Nepals abgeriegelt. In den Städten stehen die Menschen vor den Geschäften Schlange; in den Bergen kommt nichts mehr an.“ Die HDCS-Einrichtungen, u.a. das Krankenhaus Chaurjahari, bereiten sich ein weiteres Mal darauf vor, Lebensmittel verteilen zu müssen.


„Die aktuelle Situation in Nepal ist weiterhin dramatisch", so Thomas Meier von der Krankenhaus-Trägergesellschaft HDCS. Zu Beginn der zweiten Welle im Frühjahr seien die Grenzübergänge viel zu spät geschlossen worden. Heute werden an der Grenze nur diejenigen getestet, die Symptome aufweisen. Wer positiv getestet wird, wird in Heimquarantäne nach Hause geschickt. „So konnte sich das Virus bis in die entlegensten Gebiete Nepals ausbreiten.“

Erneut wurde ein strenger Lockdown ausgerufen. Selbst Lebensmittelgeschäfte wurden geschlossen; eine Woche lang durften nur Obst- und Gemüseläden sowie Milch- und Fleischverkäufer öffnen: von 7 bis 9 Uhr am Morgen. „Nach dieser Entscheidung kam es in ganz Kathmandu zu Panik-Einkäufen. In den zwei Stunden, in denen die Geschäfte geöffnet waren, standen Tausende für Lebensmittel an, ohne sich sozial zu distanzieren. Die Menschen sind müde und verängstigt.“

Auch im ersten Corona-Lockdown 2020 durften die Menschen nur stundenweise das Haus verlassen, um Lebensmittel oder Medikamente einzukaufen. Ansonsten stand das Leben still. Die Bauern durften ihre Felder nicht bestellen und nicht einmal Getreide ernten.

„Im Moment sind die meisten der Patienten in unseren Krankenhäusern nicht in der Lage, ihre Rechnungen zu bezahlen“, so Thomas Meier. Trotzdem gehen kleine Teams des Krankenhauses Chaurjahari in die entlegenen Dörfer, um aufzuklären, zu beraten und Medikamente zu verteilen. Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen werden in der Isolierstation in Chaurjahari aufgenommen. Meier: „Zudem bereiten wir uns darauf vor, die Lebensmittelversorgung für die arme Bevölkerung wieder aufzunehmen.“
(Berlin, 7.06.2021)

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Fotos:
- Chaurjahari-Hilfe in den Dörfern.
- Covid-19-Patient wird auf die Isolierstation gebracht.
(Fotos: HDCS)


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