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Jubiläum: Gossner Kirche feiert 100 Jahre

Hochrangige Delegation der Gossner Mission reist nach Indien

100 Jahre – Anlass zum Feiern! So begeht die indische Gossner Kirche ihre 100-jährige Unabhängigkeit mit einer Reihe von Festivitäten. Die zentrale Jubiläumsfeier findet am 31. Oktober/1. November in Ranchi statt. Aus Deutschland wird dazu eine neunköpfige Delegation der Gossner Mission nach Indien reisen. Zu den Teilnehmenden zählen mehrere kirchenleitende Personen von unterstützenden Landeskirchen. Auf dem Reiseprogramm stehen zahlreiche Gespräche mit VertreterInnen der Gossner Kirche sowie Projektbesuche.


Am 10. Juli 1919 beschloss die Synode in Ranchi ihre Unabhängigkeit. Damit war die Gossner Evangelisch-Lutherische Kirche in Chotanagpur und Assam begründet – als erste Kirche überhaupt, die mit Zustimmung der Missionsgesellschaft aus einem neuzeitlichen Missionsfeld hervorgegangen ist. Dies eröffnete ein neues Kapitel der Kirchen- und Missionsgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Der Entscheidung vorausgegangen war ein Konzept der Gossner-Missionare in Indien, die sich bewusst dafür einsetzten, dass immer mehr einheimische Pastoren befähigt wurden, Verantwortung zu übernehmen. Dann kam der Erste Weltkrieg und mit ihm die Internierung und Ausweisung der deutschen Missionare. Nun zeigte es sich, dass die Gemeinden tatsächlich bereit waren, selbst Entscheidungen zu treffen – und eine eigene lutherische Kirche zu gründen. Heute ist die Gossner Kirche mit rund 400.000 Mitgliedern die zweitgrößte lutherische Kirche Indiens.

Ihre Mitglieder sind zu mehr als 90 Prozent Adivasi (indigene Bevölkerung). Sie stehen außerhalb des hinduistischen Kastensystems und werden als Christen und als Indigene ausgegrenzt und unterdrückt. Da ihre Heimat reich an Bodenschätzen ist, werden sie immer wieder von ihrem eigenen Grund vertrieben. In der Gossner Kirche aber finden die Adivasi Halt und Unterstützung.

Zur Gossner-Delegation gehören die Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein als Vertreterin der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Vertretung von Bischof Dr. Markus Dröge. Kirchenrat Tobias Treseler, Ökumenereferent Dieter Bökemeier und Pfarrer Stephan Schmidtpeter reisen als Vertreter der Lippischen Landeskirche mit, Superintendentin Christa Olearius als Vertreterin der Landeskirche Hannovers. Von Gossner-Seite gehören der Vorsitzende Harald Lehmann, Direktor Christian Reiser sowie Öffentlichkeitsreferentin Jutta Klimmt der Delegation an.
(Berlin, 23.10.2019)

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