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Indien: Care-Pakete für Martha-Familien

Konkrete Hilfe mit Lebensmittel, Spielsachen und Lernmaterialien

In Indien sind Kindergärten wegen der Corona-Pandemie seit März geschlossen. Das trifft auch die Martha-Kindergärten der indischen Gossner Kirche. Gossner Mission und PATRIZIA Foundation helfen nun gemeinsam! Mit rund 17.000 Euro unterstützen sie die drei Martha-Einrichtungen. Ziel: Konkrete Hilfe für die Familien! Geplant ist, Martha-Care-Pakete zu verteilen: mit Lebensmitteln, Spielsachen und altersgerechten Lernmaterialen. Zudem sollen sich die pädagogischen Mitarbeitenden fortbilden können, damit sie neue digitale Wege in der Umsetzung der Lernziele entwickeln. Die Martha-Kindergärten bieten ganzheitliche frühkindliche Erziehung an.


Im Rahmen der Corona-Maßnahmen der indischen Regierung ist es sämtlichen Bildungseinrichtungen im Land seit Ende März untersagt, ihren regulären Aktivitäten nachzugehen. Während zahlreiche Schulen mittlerweile ihren Unterricht von Präsenz auf Online umgestellt haben, gibt es für Mädchen und Jungen im Kindergarten- und Vorschulalter bislang keinerlei vergleichbare Möglichkeit.

Sie sind von den Betreuungs- und Kreativangeboten, aber auch von ihren Freunden weitgehend abgeschnitten. „Es ist bislang gar nicht abzusehen, welche Folgen das für die weitere Entwicklung der Kinder haben wird“, betont Mukut Bodra, Gossner-Mitarbeiter vor Ort und Mitglied des Projektteams. Mit dem Inkrafttreten des strengen Lockdowns in Indien hatten viele Menschen ganz plötzlich ihre Arbeit verloren – und damit die Möglichkeit, die eigene Familie zu ernähren. Auch die Mitarbeitenden der Martha-Einrichtungen haben aufgrund der nun ausbleibenden Kindergarten-Gebühren seit Monaten keine Einkommen mehr.

Das neue Projekt soll auf mehreren Ebenen Kinder und Eltern unterstützen. Die geplanten Martha-Care-Pakete halten mit Lebensmitteln, Spielsachen und altersgerechten Lernmaterialen konkrete Hilfe bereit. Durch die Anschaffung neuer Technik und die Weiterbildung der pädagogischen Mitarbeitenden sollen digitale Wege gefunden werden, die Martha-Lernziele umzusetzen. Der Einsatz von Computertechnik wird darüber hinaus Verbesserungen in Administration, Monitoring und Qualitätsmanagement bewirken.

Eine Optimierung des Bildungsangebots wird zudem angestrebt durch die Erstellung neuen Lehr- und Lernmaterials, das in besonderem Maße die Lebensrealität der Adivasi-Kinder und ihrer kulturellen Wurzeln berücksichtigt. Damit soll ein Beitrag geleistet werden, um der fortschreitenden Entwurzelung indigener Bevölkerungsgruppen und ihrer Entfremdung von der eigenen kulturellen Identität entgegenzuwirken. Die Herausgabe eines regelmäßig erscheinenden Martha-Magazins für Kinder und Eltern soll zu einem besseren Verständnis moderner Erziehungsmethoden führen und die Verbindung der Kindergärten zu den Elternhäusern stärken.

Das Martha-Programm sieht ein ganzheitliches Konzept vor: Kinder sollen kreativ in die Welt der Bildung starten. 2011 war in Ranchi der erste Martha-Kindergarten auf eine Initiative der Gossner Mission eröffnet worden; der dritte soll in diesem Winter im ländlichen Govindpur folgen.
(Berlin, 24.11.2020)

Fotos: 
- Kinder in Govindpur
- Mukut Bodra


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