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Hospital Chaurjahari: Alle Kräfte gegen Corona gebündelt

„Kleines Chaurjahari-Team hat Enormes geleistet – dank vieler Spenden!“

Auf ein Jahr voller Herausforderungen blickt das Hospital Chaurjahari in Nepal zurück. „Im zweiten Jahr der Pandemie sind viele unserer Mitarbeitenden zutiefst erschöpft und in großer Sorge, dass auch in Nepal eine weitere Corona-Welle sich aufbauen könnte“, sagt Manager Dil Giri. Zugleich betont er große Dankbarkeit für alle Unterstützung, Ermutigung und Gebete. „Unser kleines Hospital hat Enormes geleistet und hat vielen Menschen helfen können. Dank Ihrer Spenden!“ Im zurückliegenden Geschäftsjahr konnte das Krankenhaus rund 80.000 Patienten behandeln – und zudem gezielt in die Dörfer gehen, um dort die Menschen aufzuklären, zu beraten und kostenlos Medikamente und Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen.


„Als die Pandemie 2020 begann, beschloss die Regierung, unser Krankenhaus in Chaurjahari zu einem der COVID19-Zentren in unserer Bergregion zu machen“, erläutert Manager Dil Giri den nun vorgelegten jährlichen Haushaltsbericht des Berghospitals. „In dieser schwierigen Zeit konnten wir dazu nicht Nein sagen.“ Aber dies sei mit großen Herausforderungen für das kleine Hospital verbunden gewesen.

Von Anfang an sei klar gewesen, dass neben den COVID19-Patienten andere Patienten weiterhin behandelt werden müssten – und zwar räumlich getrennt von den Corona-Infizierten. Dazu musste in Windeseile eine Isolierstation gebaut werden und musste das gesamte Personal in der Verwendung von Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln geschult werden. Zudem wurde zusätzliches Personal eingestellt: acht Krankenschwestern, zwei Köche und zwei Wachleute, die verhindern sollten, dass Angehörige oder aber verängstigte Dorfbewohner die Isolierstation betreten oder gefährden würden.

„Auch stellen die Wachleute sicher, dass alle Personen, auch die Patienten, die ins Krankenhaus kommen, sich die Hände waschen, eine Maske tragen, ihre Temperatur überprüfen lassen – und ohnehin nur in dringlichen Fällen das Krankenhaus betreten.“ Zudem gehen Mitarbeitende mit Mikrofonen durch die Dörfer und klären die Dorfbewohner über Gesundheitsfragen zur Pandemie auf. Das Krankenhaus hat ein tägliches Radioprogramm mit dem Titel Kampf gegen Covid gestartet.

Dil Giri: „Die Monate Mai bis August waren wirklich sehr schwer. Manchmal hatten wir nicht genügend Betten oder Sauerstoff für all die Infizierten, die zu uns kamen. Das Virus war ja bis in die entlegensten Winkel Nepals vorgedrungen. Aber wir haben niemanden abgewiesen! Und seit einiger Zeit können wir aufatmen – und tun alles, was uns möglich, damit die Menschen Hygiene-Regeln einhalten und sich impfen lassen.“

Der Manager beschreibt einige der Herausforderungen:

„In der Bevölkerung herrschte große Angst vor Corona. Selbst unsere Mitarbeitenden waren in den ersten Wochen verängstigt. Die lokale Bevölkerung wehrte sich anfänglich gegen den Bau der Isolierstation – aus Angst vor einer Infektion. Die Köche, die für die Covid-Patienten und das Personal kochen sollten, kündigten – aus Angst vor einer Infektion. Unsere Personalressourcen waren zeitweise sehr begrenzt. Hinzu kam, dass einer der Sanitäter und ein Sicherheitsbeamter sich ansteckten, so dass 19 Mitarbeitende (33 % des medizinischen Personals) gleichzeitig unter Quarantäne gestellt werden mussten. Aufgrund des Lockdowns hatten wir Probleme mit der Versorgungskette: Sauerstoffflaschen, Medikamente und Benzin trafen teilweise nicht rechtzeitig ein. Hinzu kam die hohe Inflation. Die Dinge wurden sehr teuer. Und die Regierung hatte sehr hohe Erwartungen an uns.“

Zugleich nennt Dil Giri positive Punkte aus dem Haushaltsbericht:

„3550 Kinder erhielten kostenlos Medikamente und Essen, Hygienesets und Unterrichtsmaterial. 600 Grundschulkinder erhielten eine Mittagsmahlzeit. Es wurden in einem Jahr neun Bergeinsätze (Health Camps) durchgeführt, von denen 7600 Menschen profitierten. Der Bau einer Umgrenzungsmauer (zum Schutz gegen wilde Tiere) ist im Gange. Die zweite Phase des Wasserprojekts ist im Gange. Eine Sauerstoffanlage wird zurzeit installiert.“

Fotos:
- Eine Mitarbeiterin Chaurjaharis wird geimpft.
- Bergeinsatz: Die Menschen in den entlegenen Regionen werden beraten und gestärkt.
(Fotos: HDCS)


(Berlin, 17.11.2021)
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